Salonfunk

Liebe Kundinnen, liebe Kunden,

in letzter Zeit wurde mir häufig die Frage gestellt, ob mir meine Arbeit am Friseurstuhl noch Spaß mache. Meine Antwort war stets ein klares Ja. Aber heute möchte ich euch einen tieferen Einblick in dieses Ja geben.

Ich habe mich selbst gefragt, warum mir die Leute diese Frage stellen? Mit der Zeit wurde mir klar, dass es nicht alleine darum geht, ob mir meine Arbeit Spaß macht. Das Wort Spaß greift ohnehin zu kurz und könnte in diesem Zusammenhang fehlgedeutet werden. So wie es beim Blick auf die unverstandene Generation Z oft passiert. Aber dazu mehr im kommenden Newsletter. Und es gilt dann: Bitte anschnallen, es kommt ein satirischer Blick auf die Z'etts dieser Zeit.

Zurück zur Ausgangsfrage: Macht mir mein Beruf (noch) Spaß? Klares Nein ;-) Es ist tatsächlich das Beste, was ich in meinem Leben tun kann. Das Arbeiten im Salon, der in diesem Monat seit 75 Jahren besteht. Das Kreieren von Looks, das Ausbilden von Talenten und vor allem das Führen von Gesprächen mit euch ist nicht nur ein Job für mich. All das erfüllt mich.

Es geht darum, mit meinen Händen etwas zu schaffen, ein Ergebnis zu erschaffen, das zumeist Zufriedenheit bringt – vielleicht nicht immer, aber meistens. Die Möglichkeit, ein Resultat aus Gabe und Erfahrung zu sehen und zufriedene Kunden zu haben, erfüllt mich innerlich.

Inmitten des Alltags, der zweifellos seine Herausforderungen mit sich bringt – sei es durch Mitarbeiter, Corona oder andere Themen wie Fachkräftemangel und der Mangel an motivierten Azubis (Vorsicht: Spoiler-Alarm!) – kann ich mir einfach nicht vorstellen, nicht mit und an Menschen zu arbeiten. Es ist eine innere Zufriedenheit, die ich in keiner anderen Tätigkeit finden könnte.

Kürzlich habe ich eine TV-Dokumentation über die "Blue Zones" dieser Welt gesehen. In diesen Zonen werden die Menschen oft weit über 100 Jahre alt. Der interessante Faktor dabei ist nicht nur ihre gesunde Ernährung oder körperliche Aktivität, sondern vor allem ihre Zufriedenheit durch Arbeit und zwischenmenschliche Beziehungen.

Ich möchte nicht behaupten, dass mein Job mich über 100 Jahre alt machen wird, aber ich kann definitiv sagen: Ich arbeite mit Stolz und Freude! Es ist ein Schaffens-Stolz, den ich erlebe. Und das erinnert mich an die Bedeutung von Arbeit in unserem Leben. Es geht nicht nur darum, wie wenig oder angenehm man arbeitet, sondern darum, etwas zu (er-)schaffen, was einen glücklich macht. All das ist mit Geld oder Gold nicht aufzuwiegen.

Danke, dass ihr Teil dieses kreativen Prozesses seid und mir die Möglichkeit gebt, meine Passion auszuleben.

Damit verbleibe ich bis zum nächsten Salon-Funk und wünsche euch schöne Feiertage, einen guten Start ins neue Jahr sowie die Erfüllung all eurer Wünsche – und last but not least das Wichtigste: eine ähnliche Zufriedenheit bei eurer Arbeit, wie ich sie empfinde.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Alexander Ljaschko

 

Gefällt Ihnen der Salonfunk?
Dann melden Sie sich gleich für unseren Newsletter unten auf der Seite an und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.