Melanie weiß, was Kunden wünschen

Wer kennt das Gefühl nicht, wenn man seine Gaben zur Vollendung bringt. Künstler, aber auch Handwerker schaffen auf diese Weise oft unvergessene Kreationen. Wer aber Melanie Hardman nach ihrem besten Schnitt fragt, bekommt eine unerwartete Antwort: "Es gibt bei uns Friseuren meistens nicht den einen und einzigen Schnitt, der besonders gelungen ist. Wir geben jeden Tag unser Bestes." Friseure seien zwar mitunter Kunst-Handwerker, aber man könne in diesem Beruf seiner kreativen Schaffenskraft nicht unbegrenzt freien Lauf lassen. "Wir bewegen uns nicht im freien Raum", sagt sie, "unsere Arbeit ist immer in einem Rahmen zu sehen. Und diesen Rahmen steckt der Kunde ab. Zudem ist unsere Arbeit auch Trends unterworfen. Das verkleinert den Rahmen, in dem wir uns bewegen zusätzlich."

Soll heißen: Die künstlerische Freiheit endet an den Wünschen des Kunden. Gleichwohl gibt es immer wieder Momente, wo zwischen Kundenwunsch und Kreativität Schnittmengen entstehen: "Einmal wollte eine Kundin etwas anderes, etwas Besonderes. Sie wünschte sich eine Reflexfarntechnik. Das hat sehr großen Spaß gemacht. Denn es war etwas, das man nicht alle Tage macht – und etwas, das nicht jeder kann."

Farbspezialistin Melanie weiß, wovon sie spricht. Sie ist immerhin schon 25 Jahre im Beruf. Die zweifache Mutter hat in ihrem Beruf schon viel erlebt. Vor allem im Premiumbereich. Daher kann sie auch die Qualität eines Friseursalons sehr gut einschätzen. Müsste sie ihren Arbeitgeber "KL Alexander Ljaschko" auf einer Skala von eins bis zehn bewerten, würde eine Kennziffer zwischen acht und neun herauskommen. Eine 10, so Melanie, könne keiner erreichen. Denn eine 10 spiegle Perfektion wider. "Aber kein Mensch ist perfekt", sagt sie, "also ist das Optimum realistisch. Und selbst dafür muss man jeden Tag hart arbeiten." Bedeutet: Das Bessere ist jeden Tag im Salon der Feind des Guten. "Das erreicht man, wenn der Kunde zufrieden ist", sagt sie und ergänzt: "Aber dafür braucht es einige Voraussetzungen." Das solide Handwerk sei in diesem Zusammenhang lediglich die Basis. Hinzu kommt das Gespür für den Kunden und dessen Vorstellungen. Noch ehe es der Kunde treffend artikuliert, hat Melanie bereits eine Richtung. Sie liegt selten falsch. "Denn ich gehe stark auf Kunden ein und kann sehr gut zuhören. Ich fange nie an, bevor ich und der Kunde nicht wissen, wohin genau die Reise gehen soll."

Am Ende stehen meistens zwei Dinge: Ein tolles Ergebnis und das Kompliment des Kunden. Am liebsten ist es Melanie, wenn sie folgende Wertschätzung hört: "Ich bin so froh, dass ich Sie habe. Sie wissen immer genau, was ich will."